Der Hollerweg im Alten Land
Zweimal täglich kommt die Flut…

Und die Region zwischen Stade und Hamburg im Urstromtal der Elbe, die wir heute als „Drei Meilen Altes Land” und „größtes geschlossenes Obstbaugebiet Nordeuropas” kennen, würde von Natur aus zweimal täglich unter Wasser stehen.

Foto von Sietland im Tidegebiet - fotografiert an der Trave. Sumpfiges Uferland mit Reetflächen und Bruchwald, durchzogen von Prielen, die Richtung Fluss verlaufen.Sietland an der Trave. So ähnlich könnte es im Sietland an der Elbe vor der Hollerkolonisation ausgesehen haben.



Pictogramm Wasserbautechnik, blau mit weißem Motiv: Wellen und Deich.. Link zu den Zeitfenstern zum Thema Waserbautechnik im Alten Land

Wasserbautechnik

Deiche, Polder, Grabensystem, Wettern, Fleete, Schleusen, Siele, Polderung, Schöpfwerke
Pictogramm Siedlungsstruktur. Grün mit weißer Grafik: Lineare Struktur der Kulturlandschaft Fluss, Deichlinie, Bebauung von oben. Link zu Zeitfenstern zum Thema Siedlungsstrukturen im Alten Land

Siedlungsstruktur

Deichhufen- und Marschhufendörfer, Verkehrswege, Hofanlagen, Ortschaften an Brücken, Bebauung auf dem Deich

Pictogramm zum Thema Recht. Rotviolett mit weißem Motiv. Ein Spaten auf der Deichkrone. Link zu den Zeitfenstern zum Thema Recht der Holländer.

Das Recht der Holländer

Deichrecht, Jüngstenrecht, Frauenrechte, kein Zunftzwang für Handwerker, frühe demokratische Strukturen

Pictogramm zum Thema Landwirtschaft und Obstbau. Rot mit weißem Motiv einer Frucht.Link zu Zeitfesntern zum Thema Landwirtschaft & Obstbau im Alten Land

Landwirtschaft & Obstbau

Fruchtbare Marschböden, besonderes/mildes Kleinklima, Anbaumethoden, Wasser-Management, vor- und nachgelagerte Fachbetriebe, Wissenschaft

Pictogramm zum Thema Handel und Schifffahrt. Hellblau mit weißem Motiv eines Segelschiffes. Link zu Zeitfenstern zum Thema Handel und Schifffahrt im Alten Land

Handel & Schiffahrt

Schifffahrt, Häfen, Werften, Altländer Schiffstypen, Feederschiffe, Wissenstransfer durch Handel

Pictogramm zum Thema Altländer Kulturgüter. Gelb mit weißem Motiv Giebelschwäne. Link zu Zeitfenstern zum Thema Kulturgüter des Alten Landes

Altländer Kulturgüter

Baukunst der Fachhallenhäuser, Schmuckgiebel, Prunkpforten, Kirchen, Orgelkultur (Arp Schnitger), Trachten, Filigran-Schmuck, Altländer Möbel, Erfindungen

aktuelle Karte des Hollerweges: Lageplan der Zeitfenster-Standorte


Eins bedingt das Andere und führt ins Heute:

Im frühen 12. Jahrhundert folgen Holländer dem Ruf des Bremer Erzbischofs. In mühevoller Handarbeit mit Schaufel und Karren verwandeln sie Sumpf in fruchtbares Marschland. Sie bauen Deiche und Entwässerungssysteme und erhalten dafür eigenes Land. Sie bringen das wasserbauliche Wissen mit und ihr holländisches Recht. Sie siedeln im Sietland neben den „Sassischen” (Sachsen), die auf den höherliegenden Uferbereichen leben. Die Angst vor den Fluten vereint sie. „Wer nich will dieken, mut wieken” ist Gesetz und wo der Deichrichter den Spaten in den Deich steckt, ist der Hof verloren…

Im Alten Land spüren wir diese mittelalterlichen Wurzeln und das holländische Erbe alltäglich. Der Hollerweg führt uns zu bemerkenswerten Spuren der Hollerkolonisation in der Altländer Kulturlandschaft. Wir nennen diese Beispiele „Zeitfenster”. Sie erlauben einen Blick in die Geschichte, machen Unsichtbares lebendig und beschreiben „den Weg” – also die Art und Weise – warum das Alte Land so wurde, wie es ist. Alle Zeitfenster stehen für eines der sechs Themen, die das Alte Land auch heute prägen.